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Hells Hündchen

Hells Hündchen

 

So ein frecher Hund, das gibt’s ja gar nicht, sagt der Mann im Aufzug und versteckt seine Knöchel vorsichtshalber hinter zwei Einkaufstüten. Ist das überhaupt ein Hund? Na, da kennt er Loki schlecht. Siebenmal musste sie den Tütenmann verbellen, damit der nun auch Bescheid weiß.

Überhaupt: unser Aufzug. Den darf nur betreten, wer sich Hosenbeine oder Pumps ausgiebig beschnuppern lässt. Slipper mit Troddeln über weißen Socken sollte meiden, wer mit Loki den Lift teilen will. Die mag sie nämlich überhaupt nicht. Und andere Hunde im Lift sowieso nicht. Richtige Kämpfe werden da ausgetragen. Hält der Aufzug in einem Stockwerk wo eine Frau mit Zwergpudel zusteigen will, knurrt Loki grimmig, und die Frau drückt ihren Pudel an sich und flüstert: „Ich nehm’ den nächsten, wenn’s recht ist“. Sieg: Loki.
Und weil ihr so schön langsam ein Ruf wie Donnerhall vorauseilt, gibt es inzwischen sogar einen Herrn, der vorsorglich droht: „Mit diesem Hund fahr ich nicht.“ Viel Feind, viel Ehr. Das gilt wohl auch im und ums Hochhaus.
Ringsherum kennt nämlich jeder den Zausel mit der großen Klappe, und die Nachbarschaft benimmt sich entsprechend. Je nach Temperament. Beim Obstmann gibt’s einen sanften Tätscherer und nette Worte, dafür wird auch nie an seine Hauswand gepinkelt. Vor der Bäckerei dagegen wird zwei Minuten später ein Riesentrara veranstaltet, denn rein darf sie nicht. Also kläfft Loki und die Übersetzung ist nicht schwer: Hey, ich bin hier angebunden, vergiss mich nicht! Vergiss mich nicht! Vergiss mich nicht! Vergiss… naja, und so weiter. Hunde sind ja ausdauernde Beller. Gut, dass die blonde Bäckerin eine liebe Frau mit großem Herz ist und der Radautüte zuverlässig Salamischeiben zusteckt. Blitzschnell ist Loki versöhnt, sogar mit dem dämlichen Angebunden sein.

Das muss verstehen, wer sich eine Hündin zulegt: Unser Kiez ist nun ihr Kiez ist ihr Reich und sie die Queen. Ja, sie würde sogar mit der Pfote winken, wäre das nur möglich.
Stattdessen knabbert sie gnädig gestiftete Leckerlein und zwickt knatternde Bauarbeiter in ihre orangefarbenen Beine. Der hat hier nicht rumzuknattern, schon gar nicht in Orange. Dazu muss man wissen: Orange ist für Loki ein No Go. Da ist sie wie Anna Wintour.
Stadtarbeiter, Bauarbeiter und Müllmänner leben gefährlich in Lokiland. Bloß lassen sich die wuchtigen Kerle von dem kleinen Gernegroß nicht terrorisieren. Hier ein schneller Tritt und da ein Hieb mit dem Schaufel-Ende. Weil aber der Köter so klein und deshalb so wendig ist, treffen sie ihn nie, werden rot im Gesicht und zetern: „Verdammte Mistkröte, Hühnerdieb, Zeckenspender…“ Was ihnen eben so einfällt. Vor allem der kugelrunde Steinleger ist ein Meister der bösen Worte. „Fußhupe“ schimpft er, „Terrortöle“. Loki aber lässt’s kalt, sie versteht sowieso nur „Gsjhkgdsjakdfazf“ oder so was ähnliches. Und um die Ecke hat sie längst etwas Neues, Aufregenderes entdeckt. Manchmal sieht sie – ich schwöre es – so dynamisch aus, als hätte sie unaufschiebbar dringend Warentermingeschäfte zu erledigen. Rufe ich sie dann im falschen Moment, guckt sie wie Gordon Gekko nach einem Aktiencrash. „Stör mich jetzt nicht, Mann“ sagt ihr strenger Blick und ich folge zerknirscht.
Es müssen schließlich noch (Hunde-)Freunde begrüßt und Feinde niedergestreckt werden. Wobei Loki einen nicht wirklich edlen Charakter hat: Widersacher sind grundsätzlich Hunde, die noch viel kleiner als sie selbst sind. Pinscher, Chihuahua, Pekinese. Und tragen sie auch noch Schleifen im Haar wird ihnen barsch ins Ohr gezwickt. „Bist du ein Hund oder ein Sofakissen?“.
Kurz: Loki, 4,8 Kilo, regiert das Viertel je nach Tagesform wie ein hysterischer Kim Jong-il oder ein mildtätiger Prinz William. Und wann immer ich Hunde mit diesen kleinen Jäckchen sehe, denke ich, dass für Loki nun auch endlich das passende Stöffchen her muss: Eine nietenbeschlagene Weste mit AC/DC-Aufnäher, Fransen und dem warnenden Emblem: „Hell’s Hündchen“.

Churros unterm Orangenbaum

 

Naschreise nach Valencia

Weil es ja im Leben auch immer um Kekse und Konfekt geht, suche ich schon lange nach den besten Naschtropolen der Welt. Das sind Städte oder Länder, in denen es besonderen Süßkram gibt, die mit komplizierten Törtchen oder wildem Knusperzeugs aufwarten.
In England zum Beispiel gibt es einen gedämpften Pudding aus Nierenfett und Rosinen, der den obszönen Namen „Spotted Dick“ trägt. Man isst dort rosa karierten Battenberg-Cake im Marzipanmantel oder dreistöckigen Trifle.
Island punktet mit Lakritzkugeln und zähen Karamelriegeln, und je weiter südlich man fährt, umso besser können die Menschen mit Kakaobohnen umgehen.
In Spanien gibt es Städte wie Valencia, die bestehen fast völlig aus Schokoladenzeugs und Trüffelkram.
Die schöne Stadt an der Mittelmeerküste ist ein Gesamtkunstwerk aus Zucker, Orangenaroma und rosaroten Blüten.
Hier kann man schnörkelige Fassaden gucken, weiße Strände beschlendern und vor allem: naschen. Zum Beispiel süß frittierten Teig, Mandelkrapfen und Hefekringel mit Puderzucker. Dazu trinkt man die fetteste, flüssige Schokolade der Welt. Mit Sahnehaube, versteht sich.

Straßenschild in Valencia

An heißen Vormittagen im Sommer, wenn am Plaza de la Reina die Sonne auf tausend Rosenköpfe brennt, treffen sich auf der Terrasse des »Café Valor« Menschen, die nur eines im Sinn haben. Heiß ist es, süß und sehr schokoladig.
Ihre Blicke sind fiebrig, die Gesten fahrig. »Camarero!«, rufen sie und der Kellner wieselt herbei, nimmt auf, verschwindet, kommt zurück, ein schwankendes Tablett auf der Hand. Schwere Porzellantassen stehen darauf, gefüllt mit einer enorm dicken, dampfenden Flüssigkeit. Er serviert. Vorsichtig.
Und dann: Tassen werden gehoben, Tassen finden Lippen, Lippen schlürfen, kosten, nippen und – lächeln. Glücklich.

Auch ganz typisch für diese Stadt: Kaffee und ein spanischer Hefekringel mit Puderzucker.

Im „Valor“ ist Schokolade „serious business“

Diese ersten paar Schluck heißer Schokolade verbreiten Harmonie und Glück. Alte Männer in Anzügen, Frauen in Strickjacken und der blondierte Junge mit der Designer-Jeans, sie alle schlürfen und gucken zufrieden wie Grinsekatzen. Schokoholiker sind sie allesamt, eine verschworene Gemeinschaft.
Kein Wunder, denn das hier ist nicht irgendeine dünne Kakaoplörre oder eingerührte Milchpampe. Im »Valor« ist Schokoladenlehre „serious business“. Es wird eine Art flüssiger Schokoriegel mit Sahnehaube serviert, wahlweise nach Maya- oder Azteken-Rezept. Außerdem Schokolade im Brötchen, Krapfen mit Schokocreme und ein heißes Schokoladenfondue. Selbst über den sowieso schon sehr saftigen Kuchen wird Schokoladensoße gekippt. Hier sitzen die echten Kakaobohnen-Connaisseure, Kalorien wurscht, futtern sexy. Wer einmal probiert hat, kommt immer wieder.

Kuchen mit Schokoladensoße im „Café Valor“.

Valencia ist das San Francisco Spaniens

Das gilt übrigens auch für den Rest der Stadt. Da ist eine magische Aura. Belen weiß das, schließlich hat sie ihr ganzes Leben in Valencia verbracht. Belen arbeitet als Privat-Guide und zeigt für 120 Euro am Tag Touristen und VIP-Gästen die Stadt auf private Art. Sie schiebt ihre Sonnenbrille ins Haar und lehnt sich im Kaffeehausstuhl zurück: »Sie können alles auf einmal haben in Valencia. Traumstrände, den Blick auf die iberischen Berge und den Charme der mittelalterlichen Altstadt. So etwas wie Schokolade trinken, zwei Zentner Hefegebäck am Tag essen oder den ganzen Tag am Strand liegen – wir nehmen hier alles ganz entspannt.« Das stimmt. Valencia wirkt mit seinen Palmen und den vielen Spät-Hippies auf den Parkbänken wie das San Francisco Spaniens – bloß ohne Diät-Psychose oder Junk-Food-Liebe. Eine winzige McDonald’s-Filiale verkauft mitten in der Altstadt die übliche Burger-Kollektion, ansonsten ist Fast Food hier eher frischgepresster Orangensaft.

Valencia will mehr als Meer

Überhaupt Orangen: Im schattigen Innenhof der berühmten mittelalterlichen Seidenbörse tragen die Orangenbäume schwer an ihren Früchten. Im Frühjahr blühen in ganz Valencia auf 180.000 Hektar Orangenhaine, ein duftendes, überschäumendes Blütenmeer. Orangen für alle Lebenslagen: als Getränk, auf Kuchen, in Cremes und demnächst als veritabler Benzin-Ersatz. Statt auf Raps setzen spanische und amerikanische Forscher auf Orangensaft. »Bald ist es so weit«, melden die Zeitungen.
»Siehst du«, sagt Belen, »wir können auch Fortschritt.« Und so erinnert die architektonische Zukunftsvision »Ciudad de les Arts i les Ciències« mit ihrem Riesen-Aquarium, futuristischen Kinos und Museen mehr an Captain Picards Enterprise als an spanische Gemütlichkeit. Valencia will mehr als Meer.

Gracias, hier sind auch die Servietten höflich.

Sonntags gibt es Churros mit Mandelmilch

Die Valencianer lieben ihre Traditionen. Auch Belen: »Jeden Sonntag gehe ich zu meiner Mutter zum Essen. Dann kommt die ganze Großfamilie zusammen und es gibt – natürlich – Paella.« Das andernorts oft zur fragwürdigen Touristenpampe verkommene Gericht gilt hier immer noch als Krönung der Tafel. Im hübschen Altstadt-Restaurant »El Rall« in der Carrer dels Abaixadors werden Paella-Pfannen mit bis zu einem Meter Durchmesser serviert: mit knusprig gebackenem Reis, Zuckerschoten, Artischocken und ganzen Hähnchenteilen.
Bis am Nachmittag Churros, das süße Schmalzgebäck, zur traditionellen Mandelmilch gereicht wird, macht das garantiert satt.
Und später am Abend wird das Paella-Bäuchlein»einfach weggetanzt«, verspricht Belen. Die Straßenbahn fährt direkt bis an den Strand, Nachtclubs säumen die Promenade. In den Neunziger Jahren war Valencia bei Party-Hoppern so beliebt wie heute Ibiza. Belen erinnert sich: »Wir nannten das die Routa de Bacalo. Von Donnerstag bis Montag zogen wir von einem Club zum nächsten. Schlafen kam später.«
Auch heute ist im »Luna Rossa« einiges los. Der Club ist im Stil der 20er Jahre eingerichtet, aus den Boxen dröhnt harter Funk, die Mädchen tragen Frottee-Minis, die Männer Clark-Gable-Bärtchen und alle bestellen French Coladas aus Rum, Cognac und Kokosnuss. Tanzen, ganz klar, ist hier Frauensache, zumindest bis der Alkoholpegel in den Mir-doch-egal-Bereich rauscht. Dann, ab kurz nach Mitternacht, wird durchgetanzt, durchgemacht und durchgeküsst. Die Aftershowparty organisiert sich draußen ab halb sechs von alleine: Dann steigt die Sonne aus dem Meer und kleine Wellen tasten sich an den Strand, während am anderen Ende der Stadt schon wieder die ersten Ensaimadas, gezuckerte Hefekringel, zum Kaffee serviert werden.
Guten Morgen, Valencia!

Der Tag beginnt über den Dächern von Valencia.

 

Das erste Mal Yoga – Turnen mit Benefits

Das erste Mal Yoga – Turnen mit Benefits

Yoga? Bewegen? Turnen? Iiiich?
Ach nö, lieber nicht. Und ich weiß, wer von Yoga spricht, soll nicht „Turnen“ sagen. Aber so kam es mir vor. Wie eine einzge lange Turnstunde auf einer handtuchschmalen Matte.
Nun geht ein einem mit Seele und Körper nicht immer blendend und als ich vor einiger Zeit in eine Krise schlitterte, und dringend Auszeit vom Rattern im Kopf brauchte – da fiel mir dieses Dingens, dieses „Turnen mit benefits“ wieder ein.
Eine Freundin brachte mich auf das „Ilios Center“ und die „DONNA“ wollte einen Bericht. Darüber, wie ich mich eine Woche lang nur um sich selbst kümmere, Yoga lerne und die Wirbelsäule dabei ordentlich verdrehe.
Um es kurz zu machen: Das Ganze ging gut aus und war ziemlich toll und alle Zweifler können hier Nachlesen, warum Yoga nicht durchgeistigt sein muss, dass man dabei Leute wie „Dolly von der Burg“ kennen lernen kann und nicht unbedingt die Sweatpants von Pucci braucht.
Mehr über das Center, in dem ich das erste Mal Yoga machte, gibt es hier:
www.ilios-center.com

(Dieser bearbeitete Text erschien ursprünglich in „DONNA“)

Das erste Mal: Yoga

Doch, ich hatte es schon probiert.
Theoretisch.
Ich hatte Freundinnen zum Yoga gebracht, Freundinnen vom Yoga abgeholt, mich am Eingang über Mode, Buddhas und Duftöle im Sonderangebot informiert und festgestellt, dass jetzt nur noch Yoga-Heizdecken fehlen.
Und ich hatte mir immer wieder geschworen: „Ich versuche das auch mal. Irgendwann.“ Dabei sah ich straffen Frauenkörpern hinterher, die sogar joggend nirgendwo kein bisschen wabbelten.
Daneben ich: hüftgold-beladen und halsstarrig.
Mein Mantra: Später.
Mein Schicksal: Später kommt früher als man denkt.
Denn zu diesem Jahresende steckte ich in einer Krise fest.
Das alte Jahr hatte so schaurig aufgehört wie das neue enden würde. Wenn das so weiterging.
Mein Kontostand kullerte, ich verlor Freunde, Dispos, Aufträge und traute mich irgendwann nicht mal mehr ans Telefon zu gehen.
Es war sowieso immer Frau Bernheim vom Finanzamt dran.

Raus aus der Krise!

Innerlich verkarstet wie ein abgefackeltes Stück Ibizawald steuerte ich auf die große Leere zu: Burn Out. Dieser Begriff wurde übrigens schon 1974 von dem deutsch-amerikanischen Psychiater Herbert Freudenberger erfunden. Er unterschied dabei zwölf Stufen des Ausbrennens bis hin zum endgültigen Zusammenbruch.
Ich pendelte mich – so nahm ich an – gerade bei Zehn ein.
„Du musst dich entspannen“, mahnten die wenigen verbliebenen Freunde, die zu diesem Zeitpunkt vor allem aus inneren Stimmen bestanden.
Und weil das Internet zum Stichwort „Entspannung“ Trillionen Einträge liefert, verließ ich mich lieber auf den Tipp einer Freundin. Sie empfahl eine Reise in die Tiefenentspannung in einem griechisch-paradiesischen Resort. Genau so einen “Krisen”-Urlaub hatte sie vor einem Jahr gebucht und war noch immer beseelt.
Im “Ilios”-Center testet man sich quasi durch die Spielarten der inneren Ruhe: Tai Chi, Qigong, Meditation, Trance, Tanz, Massage und Malerei.
Und zur Krönung soll ein Yoga-Kurs letzte Verspannungen lösen.
Aber kann eine wie ich, ohne die geringste Ahnung von Yogaposen, Ananassen, Hindi und Schmindi zu geübten Yogis fahren?

Ich kann ja noch nicht mal eine isometrische Übung

Mit Fragen im Kopf und Misstrauen im Blick kam ich nach kurzem Flug plus Überfahrt trotzdem spätabends im „Ilios Center“ in Griechenland an.
Es standen bereit: 36 strahlend weiße Terrassenappartements, 30 Gäste, vor allem Frauen, und eine sehr grüne Anlage, gelegen zwischen dem Fährhafen von Igoumenitsa und dem charmanten Städtchen Perdika an der griechischen Westküste.
Auf der großen Terrasse mit Blick auf dunkle Wellen und Sonnendrama nahm ich einen Willkommenssalat zu mir (was, kein Dessert?) und fiel ins Bett. Meine letzten Gedanken galten meiner eingebildeten Gastritis, einer Tafel Noisette und Frau Bernheim.
Ich burnte immer noch aus, das spürte ich. Es knisterte leise zwischen meinen Magenwänden.
Der erste Morgen im Yoga-Center: Lavendelduft und Honigbällchen
Am nächsten Morgen aber konnte ich nicht anders. Ich musste lächeln.
Das „Center“ entpuppte sich im milden Tageslicht als Paradies aus Bougainville-Blüten, Lavendelduft, Sonnenschirmchen, Liegestühlen und einem feinen Pool.
Und ganz anders als beim Dinner gab es schon zum Frühstück eine Art Dessert: Herrlich saftige Honigbällchen von Chefkoch Jannis.
Als Beilagen:
Eine sonnengeflutete Yogahalle mit Küstenblick.
Meerwasser, Pinien und Olivenhaine.
Der Strand, nur einen Kirschkernspucker entfernt und viele einsame Buchten, die alle „Secret Beach“ hießen.

Der Garten Eden?

Sowieso.
Hier hätte die Schlange Adam und Eva höchstens zu Lotussitz und Sonnengruß verführt, und alles wäre in Butter gewesen für die Menschheit.
Trotzdem: Nur Faulenzen war nicht geplant, und noch vor dem Frühstück renkte sich die Yoga-Gruppe ein.
Mein erster Kontakt mit dem Turn-Trend (so nannte ich Yoga in meinem gehässigen Kopf noch immer) war zugegeben: angenehm.Weder wurde ich in einen Kopfstand gezwungen noch wurde die Heizung auf vierzig Grad hochgejubelt. Die spektakulär sympathische Yoga-Lehrerin Tanja glaubte mir sogar, dass meine Arme „wirklich viel zu kurz“ seien, um bei durchgestreckten Beinen die Hände auf den Boden zu legen. „Vielleicht ist das ja so bei Dir“, sagte sie lächelnd und in diesem Augenblick verliebte ich mich in sie. Tanjas Stimme war sanft wie ein Kissen. Streichelte dort, wo Hände nicht hinkommen und bald zwang ich mich morgens um sechs aus dem Bett, um nr ja ihre Stimme nicht zu verpassen.Dazu kam: ihr Look. Tanja war das Gegenteil der schicken Großstadt-Yoginis: dicke Dreadlocks, ungeschminktes Gesicht, weite Hosen und braungebrannte Füße, die garantiert noch nie einen Stiletto von innen gesehen hatten.
So vieles konnte man sich von ihr Abgucken. Die langsamen, ausgeruhten Bewegungen, ihre Muße, ihre Umsicht. Sie weckte in uns allen ganz schnell den Ehrgeiz, jetzt wirklich etwas ändern zu wollen im Leben. Ganz ohne Duftöle und Yogamode. Dass sich auf den fünfzehn Matten vor ihr Anfänger neben Fortgeschrittenen und sogar ausgebildete Yogalehrerinnen verrenkten, machte überhaupt nichts.
Jeder kam mit, keiner langweilte sich. Tanjas ausgeklügeltes Programm brachte alle ins Schwitzen und ganz bestimmt weiter.

Am Montag lernte ich die Wirbelsäule „wie eine Perlenschnur“ in Zeitlupe abzulegen und drehte mich irgendwie seltsam zur Seite („das Krokodil“), am Dienstag atmete ich prustend durch die Nase (pfft, pfft, pfft, „Feueratem“), saß kerzengerade mit verschränkten Beinen („Diamantsitz“) und machte schon am Mittwoch „den Hund“, eine enorm entspannende Räkelart.
Hunde wissen, was gut tut.

Wir bleiben albern und werden Freunde – wie Dolly auf der Burg.

Schon vor 3500 Jahren, so alt ist Yoga vermutlich, haben die ersten Yogis die Bewegungen der Tiere studiert und diese umgesetzt“. Erzählte Tanja in einer Theoriestunde und schrieb auf ihr Flipboard: „Yoga als Geisteswissenschaft“. Das mag öde klingen, aber wir hörten gespannt zu und lachten – viel, laut, ständig. Von wegen durchgeistigste Yogis.
Einmal wetteten wir am Morgen um ein paar Münzen, wie viele Dreadlocks Tanja auf dem Kopf hatte.Marlen aus der Schweiz zählte mit Erlaubnis nach – es waren 78. Ich verlor haushoch.

In so einem Ambiente kommt man sich in kürzester Zeit näher. Und es wurde ein bisschen wie bei „Dolly auf der Burg“. Wir Yogamädels saßen kichernd im Gras, machten Tai Chi am Strand und tranken unzählige Cappuccini auf der magischen Terrasse. Schnell kannte ich die Lebensgeschichten von Vera aus Berlin, Hannah aus dem Bergischen Land, Marlen aus St. Moritz und Petra aus Köln. Dass wir alle eine Extrarunde Entspannung nötig hatten, wurde schnell klar.
Eine hatte gerade eine harte Krankheit hinter sich, andere knabberten an Scheidungen und sonstigen kleinen und großen Krisen.
Die „Mädels“ waren im echten Leben Psychotherapeutin in Frankfurt, Arzthelferin in Tirol und Fluglotsin in Bayern. Kosmetikerin Bine erzählte von zickigen Botox-Ladies und unterbesetzten Nagelstudios und ausgerechnet die beiden ältesten Frauen in der Runde entpuppten sich als biegsame Bewegungswunder. Wir wurden ruckzuck eine verschworene Gemeinschaft.

Yoga muss gar nicht durchgeistigt sein

Im “Ilios” habe ich gelernt: So ein Yoga-Center muss nicht esoterisch sein und erst recht kein dogmatischer Ashram, in dem Yoginis tadelnd fragen: „Was, du hast einen FERNSEHER?“
Nein, hier wurde von Berliner Eisbein geschwärmt, wurden Modetrends diskutiert und nicht befolgt, Soaps besprochen und ganz und gar weltliche Büchertipps ausgetauscht. Ewiger Renner: „Die geheime Geschichte“ von Donna Tartt.
Die Yoga-Lehrerin hat in einer indischen Höhle gelebt
Und bevor ich mich wieder in den Sonnengruß werfe, noch ein paar Informationen zu der fantastischen Yoga-Lehrerin Tanja Seiler: Vor 25 Jahren landete sie über etliche Umwege (Freiburg-Kurdistan-Pakistan) in Indien und ging dort bei einem Yogi in die Lehre.
Sie lebte lange in einer Höhle mitten im indischen Nirgendwo und ihr Meister in der Höhle darüber. Zurück in Deutschland unterfütterte sie seine Praxis-Lehren mit einem Philosophie- und Indologie-Studium. Es gab kaum ein Yoga-nahes-Thema, das sie nicht sachkundig erklären konnte. In Freiburg leitet sie heute ihr eigenes Yoga-Zentrum. Im Institut für Yoga man sie dort besuchen. Und buchen.

Eine Stimme zum Niederknien: Yogalehrerin Tanja Sailer im Ilios-Camp in Griechenland.

Der letzte Ausflug nach Paga und Abschied von der Burg

Am Donnerstag, einem der heißesten Tage, unternahmen wir einen letzten Ausflug in die nächste, größere Stadt Parga. Die mit ihren Holzbooten, Steintreppen, den verschachtelten Häusern, Boutiquen und Strandcafes sehr malerisch wirkt.
„Können wir nicht ewig bleiben?“, fragte Hannah.
Die eine Woche ging aber auch verdammt schnell vorbei.
Am Freitag Abend saßen wir alle ziemlich bedripst ein letztes Mal auf der geliebten Terrasse, tauschten Adressen und verdrückten ein paar Tränen.
„Es kam uns vor wie eine lange Zeit, so intensiv war das“, seufzte der Chor der Heimfahrer.
Tschüss, du glühende Sonne, tschüss, ihr alterslosen Dollygirls.

Ach, und das noch:
In der letzten Nacht galten meine Gedanken vor dem Einschlafen den Honigbällchen von Jannis, dem guten Gefühl in meinem Bauch und dem Duft von Lavendel.
Wer war noch mal Frau Bernheim?